Mit dem Begriff Singer/Songwriter wird heutzutage fast schon etwas schludrig umgegangen. So kann sich nämlich schon fast jeder US-Surfer-Boy nennen, der mit seiner "Klampfen" durch die Welt tourt und fade Lieder ins Mikrofon säuselt. Dass es auch anders geht, beweist der Oberösterreicher Hadu Brand mit seinem Solo-Debüt "Fourteen Songs" (Pumpkin Records/Trost Records).
Wie der Titel schon andeutet, liefert Hadu Brand (ehemals Rough And Rugged) vierzehn Lieder in feinster britischer Folk-Pop-Tradition ab. Mal zärtlich ("I Called My Heart"), mal energisch ("Zig Zag Tune"), immer abwechslungsreich und authentisch. Einerseits kann man die CD wirklich so wunderbar nebenbei anhören, auf der anderen Seite kann man sich auch vorstellen, in einem Pub ein angeregtes Gespräch mit Freunden zu führen - um dann innezuhalten und dem Musiker auf der Bühne intensiver zuzuhören, weil der gerade mit einer bestimmten Zeile oder Melodie einen berührt hat. Hadu Brands "Fourteen Songs" lässt Einflüsse von Damien Rice, Lloyd Cole And The Commotions oder dem späten Billy Bragg vermuten. Doch als wichtigsten Einfluss nennt der zweifache Familienvater den irischen Singer/Songwriter Glen Hansard von The Frames.
Einen Oscar-Preisträger (bester Filmsong "Falling Slowly" vom Independent-Überraschungshit "Once", in dem Hansard auch die Hauptrolle spielte) als Vorbild zu nennen, mag vielleicht nicht sehr originell klingen, doch Hadu Brand wurde hier tatsächlich von persönlichen Erfahrungen geprägt. Bevor Hansard nämlich mit The Frames der Durchbruch gelang, lebte der Ire kurze Zeit im gleichen Haus in Wien-Alsergrund, erzählte der Oberösterreicher der Austria Presse Agentur. Nach einigen durchgemachten Nächten und Jam-Sessions im Café Lange im achten Wiener Bezirk forderte Hansard den Österreicher auf, seinem Talent zu vertrauen und der Musik treu zu bleiben. Hadu Brand: "Ich habe gemerkt, dass mein Talent auf der Bühne ist - aber es war sehr schwammig ausgebildet. Wie wichtig es ist, einen echt guten Song zu schreiben, habe ich erst durch Glen Hansard erfahren und gespürt."
"Fourteen Songs" ist ein schönes Album geworden - und das auch im optischen Sinn. Die CD mag zwar der Vinylplatte in vielem überlegen sein, aber mit den detailreichen und fantasievollen Cover der großen Vorgänger konnte das Format aufgrund seiner Kleinheit selten mithalten. Das vom Maler Manfred Pfandlbauer gestaltete Cover und Booklet von "Fourteen Songs" bildet hier eine wunderschöne Ausnahme.
Live ist Hadu Brand am 4. März in der Szene Wien zu sehen und zu hören, wo er samt Band sein Album präsentieren wird.
Von Rodja Pavlik/APA
INFO: Hadu Brand: "Fourteen Songs". Pumpkin Records/Trost Records, 01PUMP39. Weitere Infos unter http://www.hadubrand.com
(APA)

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